der

Hubertussch├╝tzen Mundraching e.V.

Die Geschichte der Mundrachinger ÔÇ×Hubertussch├╝tzen“ reicht schon bis vor die Jahrhundertwende zur├╝ck. Zwar fehlt ein Gro├čteil der Unterlagen, aber ├ťberlieferungen lassen den Schluss zu, dass in Mundraching erste Sch├╝tzen-Zusammenk├╝nfte schon um das Jahr 1890 stattgefunden haben. Neben der Pflege des jagdlichen Schie├čens, standen auch Kamerad┬şschaft und Geselligkeit im Mittelpunkt.

Die offizielle Gr├╝ndung der ÔÇ×Hubertussch├╝tzen“ folgte dann im Jahre 1895  Zu den Gr├╝ndungsmitgliedern geh├Ârten jedenfalls Andreas Sanktjohanser, Ulrich Dietrich, Johann Sanktjohanser, Johann B├Âck und Georg Dietrich. Vereinsmitglieder waren damals ausschlie├člich Bauern und Landwirte, wie auch die Hofnamen der Gr├╝ndungsmitglieder ÔÇ×Beim Schuster“, ÔÇ×Beim Jodl-Bauer“, ÔÇ×Jakoben-Bauer“, ÔÇ×Beim Mesmer“ und ÔÇ×B├Ącker-Bauer“ bezeugen. Arbeiter und Knechte hatten damals noch keinen Zutritt zum Sch├╝tzenverein, nur die Bauern hatten dieses Privileg. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde dieses Privileg allm├Ąhlich abgebaut, der Sch├╝tzenverein stand damit auch weiteren Mitb├╝rgern au├čerhalb des Bauernstandes offen.

Anscheinend ging es mit dem Sch├╝tzenleben Anfang der drei├čiger Jahre etwas abw├Ąrts. Im Januar 1936 wird n├Ąmlich berichtet, dass sich eine Sch├╝tzenversammlung eigens mit der Weiterf├╝hrung des Vereins befasste und diese dann auch beschlossen wurde, d.h. das Sch├╝tzenleben ging weiter. Von den im Jahre 1936 anwesenden Mitgliedern, die die Weiterf├╝hrung der ÔÇ×Hubertussch├╝tzen“ beschlossen, ist nur noch Albert Schaitl am Leben.

In den ÔÇ×Statuten und Bedingungen“ von 1936 ist auch folgendes zu lesen:

ÔÇ×Beim Gesellschaftsschie├čen werden f├╝nf Schuss gemacht und kosten 10 Pfennig. Auf einer 12er-Scheibe sind 40 Ringe erforderlich. Auf einer 5er-Scheibe sind 12 Ringe erforderlich. Bei Nichterf├╝llung der Bedingungen ist je Ring des Abstandes 1 Pfennig zu entrichten“. Und weiter steht unter Ziffer 8: ÔÇ×Wer ohne dringenden Grund vom Schie├čen fernbleibt, zahlt 20 Pfennig in die Vereinskasse“. Das muss offensichtlich die Wirkung nicht verfehlt haben, denn in den folgenden Jahren konnte man stets rege Beteiligung an den Schie├čabenden verzeichnen. Man muss aber auch erw├Ąhnen, dass es nicht immer b├Âser Wille oder Nachl├Ąssigkeit waren, am Schie├čabend nicht teilzunehmen. Vielmehr war es eine finanzielle Angelegenheit. So mancher Sch├╝tze musste das eine oder andere Schie├čen ausfallen lassen, weil er einfach das Geld daf├╝r nicht aufbringen konnte, ganz abgesehen von der Zeche, die er ja auch zu bezahlen hatte.

Der Zweite Weltkrieg brachte das Sch├╝tzen- und weitere Vereinsleben so ziemlich zum Erliegen. Nach Kriegsende mussten die Sportgewehre an die Besatzungsm├Ąchte abgeliefert werden - ansonsten waren schwere Strafen, wenn nicht gar die Todesstrafe, zu erwarten. Allerdings hat ein Sch├╝tze - Albert Schaitl - einen nagelneuen Stiegele-Zimmerstutzen auf eigene Gefahr versteckt.
Als die ÔÇ×Hubertussch├╝tzen“ am 6. Dezember 1952 ihre Wiedergr├╝ndung feierten, stellte Albert Schaitl diesen Zimmerstutzen dem Verein zur Verf├╝gung. Er fand allgemein Anerkennung f├╝r seinen Mut und f├╝r die Bereitschaft, das Gewehr den Kameraden zum Schie├čbetrieb zu ├╝berlassen. So wurde dieser Stiegele-Stutzen sp├Ąter zum Symbol der ÔÇ×Hubertussch├╝tzen“ und auch auf der neuen Fahne in Bild und Farbe verewigt.

Am ersten Vereinsabend nach der Wiedergr├╝ndung z├Ąhlte Vereinsvorstand Karl Mair schon 30 Mitglieder. Die Vereinsabende fanden im Laufe der Zeit immer mehr Begeisterung. Die Schie├čregeln waren seinerzeit noch nicht so streng und peinlich genau. Es passierte durchaus, dass beim Laden des Zimmerstutzens sich pl├Âtzlich der Schuss l├Âste und in der Zimmerdecke landete oder gar die Kugellampe der Wirtsstube traf. Ge┬şschossen wurde im Gasthaus noch vom Gastraum durch die Speisedurch┬şreiche in die Wirtsk├╝che. Die Schussrichtung war einerseits durch die Au├čenmauer und andererseits gegen die G├Ąste durch eine aufgestellte Holzwand gesichert

Im Jahre 1956 l├Âste Matthias Hackinger als Vorstand seinen Vorg├Ąnger Karl Mair ab. Im Jahre 1967 konnte sich der Verein endlich einen neuen Schie├čstand anschaffen. Gebaut wurde ein beweglicher Wei├čblechschie├čkanal mit zwei Schie├čst├Ąnden, der vor Schie├čbeginn von au├čen an ein Fenster der Gaststube befestigt werden musste. Ab diesem Zeitpunkt war es auch m├Âglich, regelm├Ą├čig eine Vereinsmeisterschaft auszuschie├čen. Die Geselligkeit stand bei den ÔÇ×Hubertussch├╝tzen“ aber auch nicht nach. Deswegen haben auch bei keinem Schie├čen Sch├╝tzen aus Lechm├╝hlen, Seestall und Stadl gefehlt. 1969 l├Âste dann Siegfried Schaitl den bisherigen Vorstand Matthias Hackinger in dessen Amt ab.

 Im Mai 1972 musste das bisherige Vereinslokal, Gasthof ÔÇ×Zur Linde“, aus famili├Ąren Gr├╝nden schlie├čen. Sofort nach bekannt werden der misslichen Lage haben in vorbildlicher und kameradschaftlicher Weise die ÔÇ×Edenthal-Sch├╝tzen“ aus Seestall und die ÔÇ×Lechroaner-Sch├╝tzen“ aus Stadl ihre Unterst├╝tzung angeboten. Die ÔÇ×Edenthal-Sch├╝tzen“ aus Seestall waren in der gl├╝cklichen Lage, ein neu erbautes Vereinsheim zu besitzen und so konnten die ÔÇ×Hubertussch├╝tzen“ f├╝r die ├ťbergangszeit dort die Schie├čabende durchf├╝hren.

An einem v├Âllig neutralen Ort, dem ehemaligen Schulhaus, das genau zwischen den beiden Wirtschaften liegt, beschloss man im September 1973 mit 20:6 Stimmen, dass das k├╝nftige Vereinslokal der Gasthof ÔÇ×Lechtal“ sein wird. Der damalige Wirt, G├╝nther, hat den Sch├╝tzen bei der Einrichtung der neuen Schie├čanlage v├Âllig freie Hand gelassen. So konnte am 30. November 1977 Sch├╝tzenmeister Siegfried Schaitl die neue Schie├čanlage mit sieben Schie├čst├Ąnden seiner Bestimmung ├╝bergeben. Nun war der Verein endlich in der gl├╝cklichen Lage, Freundschaftsschie├čen, die lange f├Ąllig waren, erstmals im eigenen Haus durchf├╝hren zu k├Ânnen.

Mit dem Einzug in das neue Sch├╝tzenheim ergaben sich Verbesserungen und Neuanschaffungen. So wurden insgesamt vier neue Luftgewehre gekauft, ein Waffenschrank, eine Jungsch├╝tzenkette, Vereinsanz├╝ge angeschafft und einiges mehr. Der Tatendrang der Sch├╝tzen aber ruhte nicht. So wurde erstmals nach dem Kriege - 1975 - wieder eine Weihnachtsfeier abgehalten. Alle Sch├╝tzen waren fortan so von ihrem Erfolg begeistert, dass sie die Zeit f├╝r gekommen hielten, eine Sch├╝tzenfahne anzuschaffen. Im Oktober 1976 hatte sich bei einer Versammlung die Mehrheit der Sch├╝tzen f├╝r die Anschaffung einer neuen Fahne ausgesprochen.

Im Mai 1978 fand dann schlie├člich nach vielen organisatorischen M├╝hen und etlichen Arbeitsstunden das gro├če Fest statt. Den Rahmen der Fahnenweihe bildete ein viert├Ągiges Festprogramm mit Bierzeltbetrieb, einem Festabend und der Einweihung des neuen Feuerwehrhauses. Die Weihe der neuen Fahne fand in einem gro├čen Feldgottesdienst durch Pfarrer Josef Prestele statt. Am fast 3 Kilometer langen Festzug nahmen neben der z├╝nftigen Blaskapelle Sellrain aus Tirol dann insgesamt 117 Vereine teil. Noch nie gab es bis dahin in der Geschichte eines Sch├╝tzengaus eine so gro├če Beteiligung an einem Festzug. Allgemein gro├čes Lob wurde danach unserem kleinen Dorf auch von allen Seiten bekundet. In der Geschichte der ÔÇ×Hubertussch├╝tzen“ stellt diese Fahnenweihe auch einen der H├Âhepunkte dar.

Anschlie├čend kehrte wieder allzu schnell der Alltag im Vereinsieben ein. Nachdem der Gasthof. ÔÇ×Lechtal“ im Jahre 1980 verkauft wurde und die neuen Besitzer die Gastwirtschaft nicht weiterf├╝hrten, hatte der Verein wieder kein Vereinsheim mehr. Auf der Suche nach einem neuen Sch├╝tzenheim fand man nur Absagen. So wurde dann ausweichend das n├Ąchste Jahr bei den Teil-Sch├╝tzen in Leeder geschossen. In diesem Zeitraum sank auch die Mitgliederzahl drastisch von 60 auf 29. Am 09.10.1981 trat auch noch die gesamte Vorstandschaft nach internen Streitigkeiten zur├╝ck. Das Vereinsverm├Âgen wurde der Gemeinde Vilgertshofen ├╝bergeben. Schon 3 Jahre nach der glanzvollen Fahnenweihe war der absolute Tiefpunkt im Vereinsleben erreicht. Insgesamt ruhte der Sch├╝tzenverein dann noch 3 ┬Ż Jahre.

Auf Anregung von Johann B├Âck und Helmut Prestele den Verein Wiederaufleben zu lassen, fand die erste Besprechung am 14.12.1983 in Mundraching statt. Es wurde vorgeschlagen, die Gemeinde sollte die Einladung f├╝r das Wiederaufleben der ÔÇ×Hubertussch├╝tzen“ ├╝bernehmen. Dazu lud die Gemeinde alle B├╝rger von Mundraching am 12.03.1985 ein. Eingeladen wurden auch Gausch├╝tzenmeister Mitterhuber und Gausportleiter Poppinger. B├╝rgermeister Berger streifte kurz die Vereinst├Ątigkeit und bat alle Anwesenden inst├Ąndig, dass der Sch├╝tzenverein zur Wiederbelebung der Dorfgemeinschaft auf alle F├Ąlle wieder ins Leben gerufen werden sollte. Als m├Âgliche Schie├čst├Ątte nannte er die geplante Mehrzweckhalle zwischen Stadl und Pflugdorf. Anschlie├čend ermahnte er alle, die alten Streitigkeiten beiseite zu lassen und wieder zu einem geregelten Vereinsleben zu finden. Gausch├╝tzenmeister Mitterhuber und Gausportleiter Poppinger ├╝bernahmen die anschlie├čende Wahl.

 Gew├Ąhlt wurden:

1. Sch├╝tzenmeister

Johann B├Âck

2. Sch├╝tzenmeister

Helmut Prestele

1. Kassier

Heinrich Bartl jun

2. Kassier

Ulrich Sanktjohanser

Schriftf├╝hrer

Erich Menhart jun.

1. Sportleiter

Johann Schelkle

2. Sportleiter

Peter Hackinger

1. Jugendleiter

Karl Mair

2. Jugendleiter

J├╝rgen Bartl

Zeugwart

Matthias Hackinger sen.

1. Beisitzer

Elfriede Knoth

2. Beisitzer

Georg Dietrich

               Nach dem Wiederaufleben der ÔÇ×Hubertussch├╝tzen“ begann die Suche nach einem Vereinslokal. Die neu gew├Ąhlte Vorstandschaft beschloss, das Vereinslokal sollte im Ort sein. Nachdem wegen fehlender R├Ąumlichkeiten das ÔÇ×Gasthaus zur Linde“ nicht zur Verf├╝gung stand, wurde selbst ein Neubau als L├Âsung gehandelt. Um aber m├Âglichst schnell wieder Schie├čen zu k├Ânnen, bot der 2. Sch├╝tzenmeister Helmut Prestele seine Maschinenhalle als Notl├Âsung an. In kurzer Zeit wurden 3 Schie├čst├Ąnde errichtet, die auch 2 Jahre genutzt werden konnten.

Im Jahre 1987 wurde unserem Verein von der Gemeinde das Obergeschoss der alten Schule und von der Raiffeisenbank Lechrain ein Raum zum Ausbau eines Vereinslokals zur Verf├╝gung gestellt. In eigener Regie der Sch├╝tzen entstand mit viel Aufwand und ca. 2400 Arbeitsstunden das Vereinslokal mit 6 Schie├čst├Ąnden. Durch die Gro├čz├╝gigkeit unserer Gemeinde, die f├╝r das Baumaterial aufkam, ist es den Sch├╝tzen gelungen, nach nur 6-monatiger Bauzeit das erste Schie├čen am 27.11.1987 im neuen Vereinsheim zu absolvieren. Die kirchliche Weihe des neuen Sch├╝tzenheimes fand dann erst am Samstag, den 24.09.1988 durch Pater Heinrich Eichler statt. Eingeladen waren hierzu neben vielen Ehreng├Ąsten auch die Sch├╝tzenvereine der umliegenden Gemeinden. Im Anschluss an die Weihe fand ein feierlicher Festgottesdienst statt, danach zog der Festzug mit musikalischer Begleitung zum ÔÇ×Gasthaus zur Linde“, wo ein Festabend mit zahlreichen Ansprachen und Ehrungen stattfand. Am darauffolgenden Sonntag war dann nach der Kirche einFr├╝hschoppen mit anschlie├čendem Tag der offenen T├╝r angesetzt. Zahlreiche G├Ąste aus den umliegenden Ortschaften sowie viele B├╝rger von Mundraching lie├čen sich die Gelegenheit nicht nehmen, das neue Sch├╝tzenheim in Augenschein zu nehmen. Damit hat unser Verein endlich ein eigenes Zuhause gefunden.

Im Jahre 1988 wurde ein neues Vereinswappen angeschafft und mit dem Erwerb einer elektronischen Teileruhr im Jahr 1990 konnte die Schie├čausstattung weiter komplettiert werden. Im selben Jahr folgten weitere Aktivit├Ąten, die zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr Mundraching geplant und durchgef├╝hrt wurden. Konkret waren dies erstmals ein Dorffest im Sommer und ein Weinfest im Herbst. Beide Veranstaltungen hatten solch gro├čen Zuspruch, dass die Fortsetzung in den Folgejahren beschlossene Sache war. Als Abrundung des Vereinsjahres wurde auch wieder eine stimmungsvolle Weihnachtsfeier abgehalten.

1991 folgte die Anschaffung eines neuen Vereinskruges. Im Jahre 1993 wurde erstmals in der Vereinsgeschichte eine Meisterschaft f├╝r Luftpistole ausgeschossen, die sich Franz Knoth jun. sicherte. Eine enorme Verbesserung der Schie├čausstattung bedeutete die Anschaffung einer Ringlesemaschine im Jahr 1994.

Ein weiterer Meilenstein in der Vereinsgeschichte war 1995 das erstmalige Ausschie├čen eines Pistolenk├Ânigs, der Manfred Schelkle hie├č.

Im Jubil├Ąumsjahr 1995 richteten sich alle Aktivit├Ąten auf die Ausrichtung des 100-j├Ąhrigen Gr├╝ndungsjubil├Ąums, das mit einem Preisschie├čen verbunden war.

R├╝ckblickend auf die 100-j├Ąhrige Vereinsgeschichte kann gesagt werden, dass die Sch├╝tzen nach H├Âhen und Tiefen immer wieder die Kameradschaft und Geselligkeit in den Vordergrund stellten.

 ÔÇ×Z┬┤sammghaltn is immer woarn“

Denn ziellos w├Ąr das Leben nichtig.